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Mozart in Japan (6)
01.06. - 07.06. 2009
Montag, 1. Juni 2009
Osaka - Tokio
Morgens bringt uns der Shinkansen zurück zu unserem Hauptquartier in Tokio. Das Buffet mit dem Schokoladebrunnen erweckt inzwischen heimatliche Gefühle (den Brunnen werden wir sehr vermissen). Am Nachmittag begeben wir uns zur Probe in die Suntory Hall. Heute gibt es ein Privatkonzert für unseren Tourneesponsor Canon, mit einer kleinen Ausstellung von unseren selbst geschossenen Fotos. Es ist ein merkwürdiges und leicht erhebendes Gefühl, ein Bild, das man selbst gemacht hat, an einer Wand hängen zu sehen, quasi offiziell. Es ist eine besondere Veranstaltung. Nach dem Konzert werden einige von uns interviewt, fast schon Routine.
Dienstag, 2. Juni 2009
Tokio
Wir beginnen den Tag auf einem eigens gemieteten Baseballplatz. Zum Mittagessen gibt es Burger, das passt zu Baseball. Nachdem es ein konzertfreier Tag ist, bekommen wir Eis zum Nachtisch.
Nachmittags gehen wir shoppen; erstens kennen wir noch nicht alle Geschäfte der Stadt und zweitens müssen wir noch Mitbringsel für die Anverwandten daheim besorgen. Wir besuchen einen 100-Yen-Shop und danach ein sechsstöckiges Kaufhaus.
Mittwoch, 3. Juni 2009
Tokio - Togane
Den Morgen über erholen wir uns in unseren Zimmern: Shopping ist anstrengend!
Am Nachmittag bringt uns ein Bus zum Konzert nach Togane, einer kleinen Stadt in der Präfektur Chiba. Hier sieht es ziemlich ländlich aus. Wer einen Kimono kaufen will, sollte das hier tun: Togane ist für seine Stickereien
berühmt.
Donnerstag, 4. Juni 2009
Tokio
Heute ist Waschtag; noch einmal kann man den Inhalt des Koffers waschen lassen. Außerdem ist Räuber-und-Gendarm-Tag: Passanten im Park können mysteriöse Bewegungen zwischen den Sträuchern und Bäumen beobachten.
Am Nachmittag fahren wir durch lange Tunnel unter dem Meer hindurch. Die Fahrt zum Konzert dauert zwei Stunden. Nach dem Konzert dürfen wir Reisbällchen probieren. Alle sind mächtig begeistert. So lässt es sich leben!
Freitag, 5. Juni 2009
Tokio - Hachioji
Heute fahren wir nach Hachioji, das liegt etwa 40 km westlich von Tokio. Die Stadt hat jede Menge Schulen, Colleges und 17(!) Universitäten. Folgerichtig singen wir in einer High School. Der Konzertsaal ist bis auf den letzten Platz gefüllt, großteils mit Mädchen. Das ist äußerst erfreulich.
Die jungen Damen sind sehr begeistert; man applaudiert, trampelt mit den Füßen und kreischt auch ein bisschen. Ich glaube fast, wir singen lauter als sonst. Zum Abschied bekommen wir alle ein Adressbuch mit schönem japanischem Papier geschenkt. Allerdings stehen noch keine Adressen drin. Na, das wird man nachholen müssen.
Samstag, 6. Juni 2009
Tokio
Heute singen wir in Tokios Opera City Hall. Das ist eine moderne Halle mit 1800 Plätzen in einem Wolkenkratzer im Stadtteil Shinjuku; hier singt es sich wie von selbst. Mittags stärken wir uns in der Konzerthalle mit leckeren japanischen Hot Dogs.
Abends sind wir von Shintaros Familie zum Essen eingeladen. Wir essen in einem traditionellen japanischen Restaurant, und wir sitzen ? wie sich das gehört - am Boden. Zur Vorspeise gibt es köstlichen rohen Fisch; danach essen wir Shabu-shabu. Hauchdünn geschnittenes Rindfleisch und Gemüse werden kurz in heißer Brühe geschwenkt; dabei gibt es ein Geräusch, von dem das Essen seinen Namen hat. Dann tunkt man es in Ponzu, eine Sesamsauce. Angeblich wurde es für Dschingis-Khans Reitertruppen erfunden: Die Soldaten versammelten sich um einen Kochtopf, und das Fleisch war dünn geschnitten, um die Kochzeit zu verkürzen. Wir fühlen uns sehr mongolisch und könnten jederzeit wieder aufs Pferd springen. Hüja!
Sonntag, 7. Juni 2009
Tokio - Kamakura - Tokio
Wir fahren mit dem Bus eine Stunde nach Kamakura. Es ist eine sehr alte Stadt mit jeder Menge Tempeln. Hier gibt es den Daibutsu, eine berühmte Statue des Amida-Buddhas aus dem 13. Jahrhundert. Eines seiner Ohren misst 1,9 Meter, und man kann hineingehen; in seinem Rücken hat er zwei Fenster. Er wird oft fotografiert. Zu Mittag verzehren wir eine große Menge Sandwiches.
Die Kamakura Gejutsukan fasst 1500 Zuschauer; die sind heute in Hochform.
