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Joseph Haydn, Missa in honorem Sancti Nicolai
Edgar berichtet aus der Burgkapelle:
"An diesem Wochenende sind wir zu fünft im Internat, Keishi, Nigel, Dennis, Oskar und ich. Wir waren in einer ganz neuen Therme mit einer großen Rutsche. Heute sind wir früh aufgestanden. Ich hatte eine Buttersemmel zum Frühstück, dazu gab es Kakao und mein Lieblingsmüsli. Um halb acht sind wir in die Kapelle gefahren. Auf dem Heldenplatz standen schon die Hubschrauber und ein Eurofighter. Es war kalt und trüb. Oben im Studio haben wir die anderen getroffen. Wir waren nur 20; drei waren krank, erkältet. Dann haben wir uns mit Herrn Sezen eingesungen, und Herr Pleyer hat mit uns geprobt. Ich mag die Nicolaimesse gerne, sie klingt so hell.
Kurz vor der Messe gehen wir die Treppe hinunter, durch den Gang beim Hausoratorium. Da hängen die Bilder von früheren Hofkapellmeistern. Der Gang geht drei Mal um die Ecke; dann betritt man die Orgelempore. Die Philharmoniker sitzen schon da. Als letzter kommt der Dirigent. Wenn alle da sind, ist die Empore sehr voll. Die Glocke läutet, und die Messe beginnt. Das Kyrie fühlt sich an wie ein Tanz, und beim Gloria jagen sich die Töne. Heute singen Aaron und Oskar die Soli. Früher wurde die Messe für den Kaiser gesungen; der hat in einem eigenen Oratorium gesessen, das aussieht wie eine große Loge in der Oper. Die Küche war gleich nebenan, falls er Hunger hatte. Heute sind einige berühmte Mediziner im Publikum; es sind Dermatologen von einem Kongress, der gerade stattfindet. Der Professor aus Frankreich ist dabei, der die erste Gesichtstransplantation gemacht hat. Shintaro meint, er will später auch so ein Arzt werden.
Die Messe geht zu Ende. Nach dem Agnus laufen wir die Treppen hinunter zur Sakristei. Die Hofburg ist ein ziemliches Labyrinth. In der Sakristei hängt ein Weihrauchnebel. Irgendwie ist das sehr festlich. Der Priester und die Choralschola ziehen aus, und wir stellen uns vor dem Altar auf, um noch eine Motette zu singen, "Ave Maria" von Anton Heiller. Die Leute klatschen, und viele machen Fotos.
Am Nachmittag gehen wir noch Bogenschießen. Ein bisschen wie Robin Hood. Es macht großen Spaß. Allerdings treffen wir noch nicht ganz so gut."
