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Schubert in Japan
Blog # 04
9.5. 2012
Den Vormittag verbringen wir auf der Fußballwiese vor dem Schloss von Toyama. Die einen spielen tatsächlich Fußball, die anderen wiederholen den Hindernisparcours von gestern. Wieder andere hören Musik oder lesen, und manch einer liegt auf der Wiese und hängt seinen (tiefschürfenden) Gedanken nach. Wozu hat zum Beispiel der Burgherr von Toyama den Graben benutzt? Kann man Leuchtkalmare als Haustiere halten? Und wenn man so einen Kalmar hätte, wie würde man ihn nennen? Lucius, der Erleuchtete?
Am späten Nachmittag proben wir, und am Abend singen wir in der Toyama Kenmin Kaikan. 1200 Menschen haben hier Platz. Wir kämpfen alle mit leichtem Unwohlsein. Aber man darf die Zuschauer nicht enttäuschen; natürlich singen wir, was das Zeug hält. Und das Publikum von Toyama enttäuscht uns auch nicht. Sie fiebern mit, sie klatschen, sie freuen sich - und das steckt an.
10.5. 2012
Heute reisen unsere Koffer voraus nach Osaka. Wir nehmen den Zug nach Nagaoka in der Präfektur Niigata. Hier singen wir am Abend in der Shiritu Geki Hall. Nach dem Konzert wartet ein großes Buffet mit Süßigkeiten und Obst auf uns.
11.5. 2012
Heute sehen wir uns in der Stadt um. Das endet wie so oft bei uns mit Shopping. Man kann in Japan hervorragend einkaufen.
Am Nachmittag steigen wir in einen Shinkansen nach Tokio und in einen zweiten Shinkansen nach Osaka. Jakob sagt, es ist die drittgrößte Stadt in Japan, und Ivan weiß natürlich, dass Osaka die zweitteuerste Stadt der Welt ist (er geht nie ohne seinen Forbes aus dem Haus). Wir haben ein sehr schönes Hotel mit herrlichen Zimmern.
Weil Reisen bekanntlich müde macht, gehen wir heute früh ins Bett.
12. Mai 2012
Wir sind in Osaka! Wo der Frosch aus Kyoto immer hin wollte. Es beginnt mit einem fabelhaften Frühstück. Solcherart gestärkt fahren wir in die Osaka Symphony Hall ? unser Zuhause für die nächsten drei Tage. Es ist eine große helle Halle; Baujahr 1982, 1704 Plätze, zwei Sekunden Nachhall und eine große Pfeifenorgel der Schweizer Firma Kuhn ? so eine gibt es auch in der Hofburgkapelle, nur kleiner. Die Bühne ist wie ein kleiner Sandplatz, eine Arena für Gladiatoren: das Publikum sitzt rundherum. Wir proben, dann bekommen wir das Mittagessen geliefert. Das Konzert ist um 14 Uhr, und alles geht gut.
Zum Abendessen gibt es Steak und Reis und einen Obstsalat zum Nachtisch. Sehr lecker. Und zum Nachnachtisch chatten wir mit unseren Lieben daheim.
13. Mai 2012
MUTTERTAG
Am Vormittag gehen wir in einen Park. Dort ist einiges los. Wir spielen Räuber und Gendarm bevor wir uns in die Symphony Hall begeben.
Heute ist das Publikum besonders begeistert. Sie leben mit der Musik mit und wollen gar nicht aufhören zu klatschen. Vielleicht liegt das ja auch an Hibiki, der den Tag mit uns verbringt und im Konzert sitzt.
Zum Abendessen gibt es riesige Burger mit allem, was dazu gehört. Inklusive einem kleinen Tänzchen auf dem Bürgersteig vor dem Lokal. Das widmen wir in frommem Gedenken all unseren Müttern!
14. Mai 2012
Unser letzter Tag in Osaka. Wir beleben noch einmal den Park, spielen Fangen, Frisbee, Volleyball und (wer hätte das gedacht) Fußball.
Das heutige Konzert ist für Schulkinder. Die sind ein sehr lebendiges Publikum, und es macht Spaß für sie zu singen.
In einem japanischen Restaurant kochen wir selbst Yakitori. Wir spießen die Hühnerfleischstücke auf, bestreichen sie mit der Sauce unserer Wahl und grillen das Ganze. Es schmeckt herrlich. Das machen wir sicher wieder.
