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Kinderschutz ist uns ein Anliegen

Die Wiener Sängerknaben sind ein weltberühmter Knabenchor, der weltweit auftritt und weltweite Anerkennung genießt. Vor allem aber sind wir eine Bildungsstätte: Vom Volksschulkind bis zur Maturaklasse sind mehr als 300 Kinder und Jugendliche bei uns in Ausbildung. Das bedeutet Verantwortung; Erziehung ist Verantwortung. Wir wollen „unsere“ Kinder zu selbständigen Menschen erziehen, zu selbstbewussten, offenen, denkenden, kritischen, verantwortungsbewussten Menschen, die aktiv zu unserer Gesellschaft beitragen können und wollen, sie mitgestalten und bereichern. Wir wollen ihnen buchstäblich eine Stimme - ihre Stimme - geben.

Um das zu erreichen, wollen wir ein Umfeld schaffen, in dem die Kinder sich sicher fühlen, sich wohlfühlen, in dem sie sich entfalten können.

Missbrauch kann und darf nicht geduldet werden, in keiner Form. Man muss hinschauen, aufzeigen, reden, helfen. Aber Kinderschutz fängt schon viel früher an: im alltäglichen Umgang miteinander.

Bei einem Chor, der professionell ausbildet und auftritt, gilt es, die richtige Balance zwischen Schule, Spielen, Proben, Ruhephasen, Toben und Konzerten, Essen und Schlaf zu finden. Dafür haben wir eine eigene Schule, in der in kleinen Gruppen unterrichtet wird. Der Stundenplan ist an den Biorhythmus der Kinder angepasst und nimmt Rücksicht auf Proben und Konzerte. Die sind – wie die Tourneen und Auftritte überhaupt - Teil der Ausbildung. Ferien und Erholungsphasen dürfen dafür nicht geopfert werden. Wenn ein Konzert abends länger dauert, können und sollen die Kinder am nächsten Tag länger schlafen. Eines unserer Gebote heißt „ausreichend Schlaf“, ein anderes „ausreichend Spiel“, ein weiteres „gesundes Essen“.

Vor allem wollen wir die uns anvertrauten Kinder bestmöglich fördern und bewusst auch herausfordern. Wir wollen sie so erziehen und ausbilden, dass sie sich äußern und selbst ihre eigenen Grenzen setzen können, so dass wir sie nicht überfordern oder überlasten. Die Kinderschutzrichtlinien sollen uns erinnern, uns immer wieder zu hinterfragen und zu überprüfen und uns durch andere überprüfen zu lassen.

Singen ist eine sehr persönliche, individuelle Ausdrucksform; Singen macht glücklich, und es macht schlau. Wir wollen, dass die uns anvertrauten Kinder glücklich und zufrieden sind; denn – das wusste schon Josef von Eybler, Hofkapellmeister im 19. Jahrhundert: Nur wer glücklich ist, kann auch singen.